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Agrar- und Forstrechts-Abteilung

"Unser Boden, wir stehen drauf!
OÖ. Bodeninformationsbericht 2007"

   

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Info zur Pressekonferenz am 11. Juni 2007
mit Agrar-Landesrat Dr. Josef Stockinger


Weitere Gesprächsteilnehmer:
Hofrat Dipl.-Ing. Alois Gruber, Agrar- und Forstrechtsabteilung, Land OÖ
Dipl.-Ing. Ernst Bäck, Agrar- und Forstrechtsabteilung, Land OÖ




Das Oö. Bodenschutzgesetz sieht alle drei Jahre die Erstellung eines Bodeninformationsberichtes mit einem zur Erhaltung des Bodens und zum Schutz des Bodens oder der Verbesserung der Bodengesundheit erforderlichen Bodenentwicklungsprogrammes vor. Die Agrar- und Forstrechtsabteilung des Landes OÖ hat den Auftrag, die Entwicklung des Bodens ressortübergreifend zu erstellen. Neben dem Agrarressort von Landesrat Dr. Josef Stockinger verantworten wichtige Teilbereiche der Bodenpolitik auch die Landesräte Rudi Anschober (Umwelt) und KommR Viktor Sigl (Raumordnung) und haben zum aktuellen Bodeninformationsbericht auch wesentlich beigetragen.



Das Oö. Bodenschutzgesetz 1991 verpflichtet zum
umfassenden Schutz des Bodens.
Ziel des Gesetzes ist es

a) den Boden als Lebensgrundlage zu erhalten
b) den Boden vor schädlichen Einflüssen und Schadstoffeinträgen zu schützen
c) im Bedarfsfall Maßnahmen zur Verbesserung der
Bodengesundheit zu setzen

Trendumkehr in der Baulandwidmung
In Oberösterreich sind derzeit ca. 56.600 ha als gewidmetes Bauland und ca. 34.000 ha als Verkehrsflächen in den Flächenwidmungsplänen der Gemeinden ausgewiesen. Gegenüber 2003 gingen die Baulandwidmungen um 265 ha zurück.
Flächenwidmung

Selektive Verlangsamung des Siedlungsflächenwachstums
Entwicklung der Siedlungsflächen
Entwicklung der jährlichen Wachstumsraten im Bereich der Siedlungsflächen des
Oö. Zentralraumes (in ha) in den Perioden 1965-1990/ 1990-1999/ 1999-2004
Datenquelle: systems research, 2006

Das gewidmete Bauland je Einwohner reduzierte sich ebenfalls mit abgeschwächter Tendenz von 404 mo/je Einwohner (Stand 31. Dezember 2003) auf 397 mo je Einwohner (Stand 31. Dezember 2006). Der Flächenbedarf für Geschäftsgebiete (Einkaufszentren, Fachmarktzentren, Baumärkte) ist weiterhin ansteigend, aufgrund des geringen Zuwachses von ca. 29 ha je Jahr, aber von untergeordneter Bedeutung.
Rückläufing war auch der Anteil der Baulandreserven am gesamten Bauland (ein Minus von 5 % in den letzten 3 Jahren). Der Grund ist in den regelmäßigen Überprüfungen und Überarbeitungen
der Flächenwidmungspläne durch die Gemeinden zu sehen.


Der Grünlandanteil an der landwirtschaftlichen Nutzfläche blieb mit ca. 48 % im Berichtszeitraum 2004 bis 2007 nahezu konstant (Ackerflächen: 289.648 ha / 2003, Grünlandflächen: 267.385 ha / 2003).
Diese Entwicklung stellt somit einen aktiven Erosionsschutz dar.
Im Bereich der Rohstoffabbauflächen stellen die Neugenehmigungen mit einer Fläche von 287 ha (im Zeitraum 2004 bis 2006) eine Erhöhung um 47,9 % dar. Durch Abbau-Großprojekte bedingt die auf mehrere Jahrzehnte ausgelegt sind, ergibt sich eine gewisse Trendverzerrung.


Stabile Bodengesundheit durch vielfältige Landwirtschaft und Umweltprogramm
Umfangreiche Untersuchungen welche im Berichtszeitraum 2004-2007 durchgeführt wurden, zeigen, dass durch die aktuelle umweltgerechte landwirtschaftliche Bewirtschaftung, durch die Umsetzung des wichtigen Umweltprogrammes ÖPUL, Zwischenfruchtanbau, sachgerechte Düngung, angepasste Fruchtfolgen und durch schonenden Umgang mit dem Boden im Rahmen der maschinellen Landbewirtschaftung eine stabile
Bodengesundheit vorliegt und dies auch bei den vorliegenden Rahmenbedingungen der Landwirtschaft zukünftig
zu erwarten ist.


Umweltprogramm ÖPUL –
ein Kernelement eines flächendeckenden Bodenschutzes
Das Umweltprogramm ÖPUL (Österreichisches Programm für umweltgerechte Landwirtschaft) sichert über freiwillige Maßnahmen die Erhaltung und Verbesserung der Bodengesundheit. 91,4 % der landwirtschaftlichen Betriebe in Oberösterreich nehmen am ÖPUL-Programm teil. Diese bewirtschaften immerhin 88 % der landwirtschaftlichen Nutzflächen.


Bodengrenzwerteverordnung - Klärschlammausbringung
In Oberösterreich wurde 2006 eine Bodengrenzwerteverordnung erlassen. Hierbei wurden Vorsorge- und Prüfwerte für Schwermetalle festgelegt, bei deren Erreichung entsprechende Maßnahmen vorzunehmen sind.
Klärschlamm ist bedingt als Dünger einsatzfähig. Im Rahmen der Kreislaufwirtschaft wurden 2006 bei einem verwertbaren Klärschlammanfall von 47.240 t insgesamt 17.723 t (entspricht 37,5 %) auf landwirtschaftlichen Nutzflächen ausgebracht.


Einrichtung von Bodendauerbeobachtungsflächen
Seitdem in Oberösterreich 2003 der Einrichtung von Bodendauerbeobachtungsflächen begonnen wurde, sind inzwischen vier Flächen (Steyregg, Ulrichsberg, Kremsmünster
Auerbach) vorhanden. Zielsetzung ist die umfassende Erforschung der Auswirkungen verschiedener Bewirtschaftungsformen und Umwelteinflüsse auf den Bodenzustand. Ein Ausbau auf zehn Flächen bereits in Planung.


Bodenschutzmaßnahmen
Seit 1991 werden vom Land Oberösterreich eine Reihen von Maßnahmen gefördert, die der Erhaltung und Verbesserung der Bodengesundheit und damit dem vorbeugenden Bodenschutz dienen. Besonders hervorzuheben sind die Finanzierung der Oö. Bodenschutzberatung, die Förderung der bodennahen Gülleausbringung und die Pflanzenschutzgeräteüberprüfung (Initiativförderungsaktion).


Bodenschutzberatung
Die Bodenschutzberatung bei der Landwirtschaftskammer
Oberösterreich, die allen Bodennutzern zur Verfügung steht,
trägt mit Projekten, Programmen, Demonstrationsversuchen
sowie Öffentlichkeitsarbeit zur Umsetzung der Anliegen des
Bodenschutzes bei.
Ganz wesentlich sind Arbeiten im Bereich des Erosionsschutzes,
der Optimierung von Nährstoffkreisläufen sowie die Projekte im Bereich des Grundwasserschutzes.

Bodennahe Gülleausbringung
In den Jahren 2004 bis 2006 wurden in Oberösterreich 1,253.342 m Gülle mit Hilfe der Bodenschutzförderungsmittel
bodennahe ausgebracht.
Auswirkungen:
- Wesentliche Reduzierung der Ammoniak-Emissionen
(bis zu 50 %)
- Stark verringerte Geruchsbelästigung (bis zu 50 %)
- Effizienter Einsatz von Wirtschaftsdünger
Durch den Einsatz der Bodenschutzmittel in diesem Bereich
kann ein wesentlicher Beitrag zur Freisetzung klimarelevanter
Gase geleistet werden.

Bodenentwicklungsprogramm
Die zukünftigen Aktivitäten des Bodenschutzes müssen
weiterhin auf zwei Ebenen ansetzen:
Quantitativer Bodenschutz und Quanlitaiver Bodenschutz

Quantitativer Bodenschutz
- Verbesserung der Informationsgrundlagen zum Flächenverbrauch
- Unterstützung der Gemeinden auf dem Weg zu einer
Flächen sparenden Siedlungsentwicklung
- Stärkere Ausrichtung von Förderungsmitteln auf Flächen
sparende Siedlungsentwicklungen
Quantitativer Bodenschutz geht mit dem Boden sparsam um.

Quanlitaiver Bodenschutz
Der qualitative Bodenschutz sichert die Bodengesundheit unter anderem durch die Umweltprogramme der Landwirtschaft, die Einrichtung von Bodeninformationssystemen, Erosionsschutz, gezielten Nährstoffeinsatz uvm.

Boden- und Wasserschutz sind kaum voneinander zu trennen.
Die im Jahr 2000 ins Leben gerufene Wasserschutzberatung trägt daher mit ihrer Beratungsarbeit neben dem Wasserschutz auch zum Bodenschutz in der Landwirtschaft bei. Besonders sind dabei der Zwischenfruchtanbau und die Erhaltung einer gesunden Bodenstruktur hervorzuheben.

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Ziele des OÖ. Bodenschutzgesetzes
Verlangsamung des Siedlungsflächenwachstums
Grünlandanteil an der landwirtschaftlichen Nutzfläche; Rohstoffabbauflächen
Stabile Bodengesundheit
Umweltprogramm ÖPUL
Bodengrenzwerteverordnung - Klärschlammausbringung
Einrichtung von
Bodendauerbeobachtungsflächen
Bodenschutzmaßnahmen in der Landwirtschaft
Bodenschutzberatung
Bodenentwicklungsprogramm: Qualitativer- und quantitativer Bodenschutz




Bodeninformationsbericht 2007
Bild: Broschüre Oberösterreichischer
Bodeninformationsbericht 2007
herausgegeben vom Amt der Oö. Landesregierung, Agrar- und Forstrechts-Abteilung, 4021 Linz, Bahnhofplatz 1
agrar.post@ooe.gv.at


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